Illerfähre als Blickfang in Regglisweiler


 

Südwest Presse - 27. Juli 2013

 

Die historische Illerfähre ist neben der Nepomuk-Statue in Regglisweiler eingeweiht worden. Die Fähre stellte den Transfer zwischen Regglisweiler und Au nach dem Zweiten Weltkrieg bis ins Jahr 1953 sicher.


"In meinen kühnsten Träumen hätte ich nicht damit gerechnet, dass ich hier zwischen Schwäbischer Alb, Allgäu und Oberschwaben mal eine Fähre einweihen werde", sagte der Dietenheimer Bürgermeister Christopher Eh am Donnerstagabend bei der offiziellen Vorstellung der historischen Illerfähre, die mittlerweile restauriert und bepflanzt worden ist. Zwischen den Anfängen des Projekts und der heutigen Einweihung lägen fast eineinhalb Jahre, in denen verschiedene Leute zum Gelingen beigetragen hätte wie die Illertisser Bürgermeisterin Marita Kaiser, der verstorbene Hans-Jörg Bailer und seine Frau Gisela, die Untere Iller AG sowie die Firmen Reiner und Hampp, der Heimatverein Regglisweiler, Ulrike Widmann und die Mitarbeiter des Bauhofs Dietenheim. Allen Beteiligten gelte ein großes Dankeschön.


Im Frühjahr vergangenen Jahres habe der ehemalige stellvertretende Bürgermeister Hans-Jörg Bailer auf einem seiner letzten Spaziergänge im Betriebshof der Unteren Iller AG am Illerkanal bei Au die ausgediente und damals stark angerostete alte Fähre entdeckt. Bailer erzählte dies seiner Frau Gisela und stellte sich dabei schon vor, dass dieses historische Denkmal den Ortseingang von Regglisweiler schmücken könne. Nach seinem Tod kontaktierte schließlich Gisela Bailer die Bürgermeisterin Illertissens, Marita Kaiser, die den Kontakt zur Unteren Iller AG herstellte. Das Unternehmen versicherte bei einem Besuch vor Ort im Juli vergangenen Jahres, dass es die Fähre dem Heimatverein überlassen werde.


Das Boot sei im Winter abgeholt, im Bauhof entrostet und wieder hergestellt worden. Im Mai und Juni dieses Jahres sei schließlich der Platz bei der Nepomuk-Statue hergerichtet und das Boot bepflanzt worden. Dabei hätten die Firma Farben Reiner das Restaurierungsmaterial und das Anbringen der Aufschrift "Illerfähre Brandenburg-Au" gesponsert und die Firma Hampp einen Teil der Bepflanzung.


Bürgermeister Eh erläuterte auch den historischen Hintergrund für diese Aktion: Die Illerfähre sei nach dem Zweiten Weltkrieg zwischen den Gemeinden Regglisweiler und Au als Personenverkehr über die Iller gefahren. Erst im Jahr 1953 ließ die Untere Iller AG einen Fußgängersteg errichten, nachdem die Iller auf Grund des Wasserentzugs per Fähre nicht mehr zu überqueren war. Die nicht mehr benötigte Illerfähre sei daraufhin verschwunden.

 

Einweihung der Illerfähre

Zahlreiche Besucher wollten sich die offizielle Vorstellung der Illerfähre am südlichen Ortseingang Regglisweilers nicht entgehen lassen.

Foto: Johannes Braun

 

 

Nachdem die Illertisser Bürgermeisterin Marita Kaiser nicht anwesend sein konnte, verlas Christopher Eh ihre Dankesworte, die an alle Beteiligten und insbesondere an Gisela Bailer gerichet waren. Die Illerfähre sei eine wahre Verschönerung und Zeugnis für die gute Zusammenarbeit der Gemeinden im unteren Illertal.


Heimatvereinsvorsitzende Marita Aubele sagte, dass ein Projekt dieser Größenordnung nur funktionieren könne, weil mehrere engagierte Menschen zusammengeholfen hätten. Es stecke nämlich viel Zeit darin, die man so nicht sehe. Aubele meinte zu der Arbeit des Heimatvereins, dass man versucht habe, möglichst naturnah zu bepflanzen. So stehe das Schiff auf einem Kiesbett mit verschiedenen Schilfen darum. Ein Glücksfall der Illerfähre sei, dass es den Verkehr am südlichen Ende der Gemeinde bremse, denn es sei der neue Blickfang am südlichen Ortseingang.


Alfons Rueß senior erzählte als Zeitzeuge ein paar Anekdoten aus der Zeit, als er die Illerfähre selbst erlebt hatte. Nachdem Herbert Funk einen Artikel vom 12. August 1983 aus dem Illertal Bote über die historische Bedeutung der Illerfähre verlas, klang der Abend vor dem neuen Blickfang Regglisweilers mit der Unterhaltung der Musikkapelle Regglisweiler der gemütlich aus.